Tag 6 – Syrakus

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Um 9 Uhr fahren wir von Acireale über Catania nach Syrakus. Unterwegs haben wir einen herrlichen Blick auf den Ätna (3350 m). Auf der Strecke sehen wir Lavagestein am Rand der Straße. Mit dem Ätna verbinden die Menschen Hass und Liebe. Nicht zu unterschätzen sind die 430 qkm fruchtbarer Ebene, die der Lavaasche zu verdanken sind. Orangen- und Zitronenplantagen sind hier zu finden, ebenso Mandel- und Olivenhaine. Wir nähern uns der Ostküste, wo wir auch Ölraffinerien vorfinden.

Syrakus, die einmal mächtige Kapitale der westlichen Welt, fasziniert durch bedeutende Altertümer, facettenreiche Umgebung und durch die Insel Ortygia. Eine der schönsten Städtelandschaften ist Weltkulturerbe. Um 734 vor Chr. sprang die Insel Ortygia den Griechen aus Korinth ins Auge. Die Insel besaß zwei natürliche Häfen und eine Süßwasserquelle, die Arethusaquelle. Die Altstadt mit ihren engen Gassen und dem barocken Domplatz sind sehr beeindruckend. Der Dom bzw. die dreischiffige Kathedrale basieren ursprünglich auf einem griechischen Tempel. Hier sind Bauelemente der verschiedenen Epochen zu erkennen. Auch die monolithischen Säulen des Apollotempels können wir bewundern. Die Neopolis (Neustadt), die erst wesentlich später entstand, besichtigen wir mit großem Interesse. Nach der griechisch-römischen Zeit wurden hier keine Gebäude mehr errichtet. Diesem Glücksfall verdankt der ausgedehnte Parco archeologico seine Existenz. Es befinden sich hier noch der Opferaltar des Hieron, hier wurden täglich bis 450 Tiere geopfert. Weiterhin waren die Latomien (Grotten) und das Ohr des Dionysos, eine Felsengrotte, in der wir die tolle Akustik durch das Singen eines Liedes bewundern können. Auch ein griechisches Theater und ein römisches Amphitheater sind noch recht gut erhalten. Ab 216 v. Chr. übernahmen die Römer Syrakus.

Schließlich gab es ein vielseitiges sizilianisches Picknick bei herrlichem Wetter, und wir fuhren gegen 16 Uhr auf der Küstenstraße entlang des Fischerhafens über Catania zurück. An der Küste waren noch Felsmassen des Lavagesteins, das vom Vulkanausbruch des Ätnas von 1669 herrührt, zu sehen. Vielleicht wird auch deshalb Catania die „schwarze Stadt“ genannt. Es blieb noch Zeit, die Stadt Acireale auf eigene Faust zu erkunden.er

Text: Eberhard Hutzler
Fotos: Mirjam Bartberger

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