5. Tag – Kontaktaufnahme mit Münster

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Von Wappentieren, Kellerfenstern, Kreißsälen und gruseligen Körben

Wie immer in zwei Besichtigungsgruppen in zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten gestaltete sich unsere erste Begegnung mit der Bischofs-Dom- und Hansestadt Münster.

Wappentier dieser Stadt ist der Esel, genauer gesagt der Drahtesel. In Münster kommen auf 300.000 Einwohner 600.000 Fahrräder. An vielen Stellen der Stadt stößt man auf Eselsfriedhöfe – Schrottfahrräderhalden, die offensichtlich niemand entsorgt.

Ausgangspunkt für die Stadtgründung und Namensgebung ist das Kloster, das der später heiliggesprochene Bischof Ludger 793 im Auftrag Karl des Großen im unterworfenen Land der Sachsen gründete. Gesehen haben wir den Dom heute nur von außen.

Die bedeutendste historische Stätte Münsters ist zweifellos der ursprüngliche Gerichts- und Tagungssaal des historischen Rathauses. In diesem Saal wurde 1648 der Westfälische Frieden ausgerufen, der den bisher verheerendsten Krieg in Deutschland beendete. In diesen Saal pilgern viele national-stolze Niederländer, weil er der „Kreißsaal“ der niederländischen Staaten ist. Im Rahmen dieses Friedens werden die niederländischen Provinzen von Spanien unabhängig.

Dass Münster aber nicht immer eine Stadt des Friedens und der Harmonie gewesen ist, dokumentieren eiserne Körbe, die heute noch – allerdings ohne originalen Inhalt – an der St. Lamberti-Kirche, der Kirche des Stadtbürgertums, hängen. Sie wurden 1536 mit den Leichen der hingerichteten Führer der Wiedertäufer, einer radikalen protestantischen Splitterbewegung, zur Abschreckung der Bürger aufgezogen.

Am Nachmittag spazierten wir über die Panoramaallee, die sich als umgebaute ehemalige Wehranlage rings um die Stadt zieht, zum Schloss, in dem heute auch nicht mehr der Fürstbischof, sondern der Rektor der Universität Münster über 60.000 Studenten herrscht. Auch dem botanischen Garten mit seiner Pflanzenvielfalt statteten wir einen kurzen Besuch ab.

Das Abendessen nahmen wir in einem rustikalen Lokal mit westfälischen Spezialitäten ein.

Text: Erwin Morgenthaler, Fotos: Mirjam Bartberger

 

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